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Donnerstag
12.1.2017

Medien / Publizistik

Der russische Kreml ist angeblich im Besitz von Details über Donald Trumps Sexleben, die den künftigen Präsidenten erpressbar machen. Nachdem mehrere Medien von einer unreflektierten Publikation der Dokumente absahen, stellte Buzzfeed das 32-seitige Dossier ohne weitere Recherche ins Netz.

Ursprünglich berichtete CNN, dass Noch-Präsident Barack Obama und sein Nachfolger Donald Trump vom Geheimdienstkoordinator James Clapper und den Chefs von FBI, CIA und NSA über das Dokument informiert wurden.

Demnach habe Moskau über fünf Jahre hinweg pikante Informationen über Trump und Hillary Clinton gesammelt: Im Laufe des Wahlkampfs wurden geheime Dokumente über Clinton veröffentlicht, um die Demokratin im Wahlkampf zu schwächen.

Der Kreml soll aber auch Informationen über Trump besitzen: Diese beinhalten sexuelle Vorlieben Trumps, die er während einem Trip nach Russland im Ritz Carlton Hotel ausgelebt haben soll. Die unorthodoxen Praktiken, die dort angeblich stattgefunden haben, sind nun auf Buzzfeed nachzulesen.

Zunächst berichtete das Magazin «Mother Jones» Ende Oktober über das Dossier, vergangene Woche kursierte es schliesslich unter Journalisten in Washington. Da man bislang die Informationen nicht verifizieren konnte, sah «Mother Jones» von einer Publikation ab.

Ganz anders Buzzfeed: Ohne weitere Nachkontrolle wurde das Dokument veröffentlicht. Dafür hagelte es selbst von der Enthüllungsplattform Wikileaks Kritik. Wikileaks stellt die Glaubwürdigkeit des Berichts in Frage und «unterstützt Buzzfeeds Publikation eines eindeutig gefälschten Dokuments» nicht.

Buzzfeed-Chefredaktor Ben Smith rechtfertigt die Publikation der «explosiven, unverifizierten» Informationen. Dadurch könnten sich die AmerikanerInnen ein eigenes Bild über die Vorwürfe, die in den höchsten Kreisen der US-Regierung zirkuliert seien, machen, schreibt Smith auf Twitter.

Donald Trump selber twitterte sich im Laufe des Tages regelrecht in Rage. Zunächst betitelte er das Dossier als «Fake-News», später als «politische Hexenjagd», als «kompletten Schwachsinn» und einiges mehr. «I HAVE NOTHING TO DO WITH RUSSIA - NO DEALS, NO LOANS, NO NOTHING!»