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Montag
11.02.2019

Medien / Publizistik

«Ich bin ein Aufzeichner»

Der Zeichner, Grafiker, Maler, Illustrator und Autor Jean-Thomas «Tomi» Ungerer ist am 9. Februar im irischen Cork gestorben. In Strassburg 1931 geboren, verliess er mit 18 die Schule, um seinen eigenen unkonventionellen Weg zu gehen.

Ungerer wurde unter anderem durch seine obszönen und lustigen Grafiken einer breiteren Öffentlichkeit bekannt - «Der Meister der obszönen Kunst». In den letzten 40 Jahren veröffentlichte der bekennende Europäer 140 Bücher und malte 40’000 Zeichnungen. Ab 1979 waren seine Werke in etwa 100 Ausstellungen zu sehen.

Er selber sah sich als «Aufzeichner»: «Ich zeichne, was ich aufschreibe, und ich schreibe auf, was ich zeichne, um einen Gedanken klar, kurz und bündig auszudrücken.»

Die Hälfte des Jahres lebte Tomi Ungerer zuletzt auf einer grossen Farm in einer zeitlosen Landschaft in Südirland. «Meine Wurzeln sind im Elsass, meine Baumkrone ist in Irland.»

Seine Heimatstadt Strassburg, das Zentrum jener «Zwischenkultur» aus Deutschland und Frankreich, war sein zweiter Wohnort. Dort wurde ihm als erstem lebenden Künstler Frankreichs ein eigenes Museum gewidmet, das «Musée Tomi Ungerer – Centre international de l'Illustration».

Die Museumssammlung gründet sich auf eine Schenkung des Künstlers mit einem Teil seines grafischen Lebenswerks (8000 Zeichnungen, 2000 Plakate und Grafiken) sowie einer grossen Spielzeugsammlung, dem Familienarchiv, Presseartikeln und Fotografien.