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Donnerstag
23. Mai 2013, 03:22
So geht es weiter beim «Tages-Anzeiger» ohne Hartmeier
Mittwoch
19.11.2008

Ein Auslöser für den Rücktritt von Chefredaktor Peter Hartmeier vom «Tages-Anzeiger» ist die laufende Umgestaltung des früheren Flaggschiffs. «Geprüft werden eine neue Gestaltung und die Einführung einer kompakten Blattarchitektur mit vier Zeitungsbünden», heisst es in der Mitteilung. «Bei sinkenden Werbeeinnahmen und abnehmenden Leserschaftszahlen müssen wir uns neu aufstellen», sagte Peter Hartmeier am Mittwoch dazu gegenüber dem Klein Report. Es gehe auch darum, die Zusammenarbeit der abonnierten Tageszeitung mit dem Gratisblatt «News» und den Online-Angeboten neu zu definieren.

Um diese Aufgabe auszuführen, sei es sehr wichtig, dass ein Chefredaktor das Ruder übernehme, der dies ähnlich lange wie er machen wolle, also ein halbes Dutzend Jahre. «Kontinuität ist ganz, ganz wichtig», betonte er. Er selbst wollte mit seinen 56 Jahren diese Aufgabe nicht mehr übernehmen, trotzdem aber im Unternehmen bleiben. Darum sei «in relativ kurzer Zeit» die Idee entstanden, Verleger der «Thurgauer Zeitung» zu werden. «Das ist in derselben Branche, aber etwas völlig anderes, das passt mir», sagte er.

Es ist jetzt Aufgabe einer Arbeitsgruppe, sich mit den Ideen für einen neuen «Tages-Anzeiger» zu befassen. Von einer «Rundumerneuerung» spricht Peter Hartmeier. Etwas versteckt ist im Tamedia-Communiqué in diesem Zusammenhang von einer «Zusammenführung der regionalen Informationen in einem Zeitungsbund» die Rede. Bedeutet das nichts anderes als eine verklausulierte Abkehr von der bisherigen Regionalisierungsstrategie mit den überaus personalintensiven und darum teuren Regionalbünden für das linke und das rechte Zürichseeufer, das Ober- und das Unterland sowie für die Stadt Zürich? «Nein», widerspricht Hartmeier. «Die Regionalisierung wird fortgesetzt. Alle regionalen Informationen in einem Bund, das entspräche unserem allerersten Wunsch an die Regionalisierung.» Leider habe sich dies in der Vergangenheit aus technischen Gründen nicht realisieren lassen.

Aus dieser Arbeitsgruppe mit Verwaltungsratspräsident Pietro Supino, CEO Martin Kall, Rolf Bollmann (Medien Zürich und Nordostschweiz) und Peter Hartmeier sollen aber nicht nur Ideen für eine neue Zeitung, sondern auch Vorschläge für die Nachfolge des Zurückgetretenen kommen. Zwei Namen stehen gemäss Informationen des Klein Reports im Vordergrund: Der stellvertretende TA-Chefredaktor und frühere «Magazin»-Chef Res Strehle sowie der ehemalige NZZ-Redaktor und heutige Leiter des TA-Ressorts Zürich und Region, Edgar Schuler. Denkbar ist aber auch eine Doppelbesetzung der Chefredaktion, wie sie die «Berner Zeitung» seit zweieinhalb Jahren offenbar erfolgreich kennt. - Siehe auch: Peter Hartmeier gibt Chefredaktion des «Tages-Anzeigers» ab und Zürcher «Tages-Anzeiger» hofft für 2009 auf unverändertes Budget

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