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Dienstag
15.7.2003

Endlich ist sie bekannt: Die Investorenschaft beim TV3-Nachfolge-Sender U1 TV Station. Es sind sechs Leute rund um Ex-Tischtennis-Champion und Ex-«Moneycab»-Redaktor Thomas Sadecky. Insider sprechen allerdings von «Platzhalter-Aktionären», wie die «Aargauer Zeitung» am Dienstag schrieb. Tatsächlich würde sich die Aktionärsschaft aus lauter TV-Newcomern zusammensetzen: «Eine Gruppe von Freunden», erzählt einer der Investoren der Zeitung. Sadecky selber engagiert sich mit 2% am Aktienkapital, so die «Aargauer Zeitung». Die weiteren Investoren: Ex-Tennis-Profi Jakob Hlasek (20,5%), der Zuger Marcel Nauer, ehemaliger Verleger der Ars Edition, und der St. Galler Treuhänder Bruno Frey (je 7,5%), Jaromir Löffler, Chefredaktor der Fachzeitschrift «Marketing und Kommunikation», (6,5%), der Dübendorfer Vermögensverwalter und Fussballtrainer Philippe Keller und der Baselbieter Finanzverwalter Didier Körössy, der in Reinach ein Unternehmen namens RBK mit dem Geschäftsfeld «Beteiligung an und Finanzierung von Unternehmen aller Art» betreibt, (je 3,5%).

Neben Sadecky und Co. gehöre der Rest des Kapitals zu 49% dem österreichischen Privatsender Kanal 1, der sich im Besitz von Hanno Soravia, Sohn eines schwerreichen Kärntner Baulöwen, befindet. Medieninsider gehen angesichts der Beteiligtenstruktur von U1 von «Platzhalter-Aktionären» aus. Zum Start des neuen Schweizer Senders im Oktober soll auch der Berliner Start-up- Manager Peter Kölbel eingeflogen werden, der gemäss österreichischen Nachrichtenmagazin «Profil» in den 90er Jahren als Immobilienspekulant Pleite ging. Derzeit führt Kölbel in Bratislava und Belgrad zwei Boulevardzeitungen und holte den deutschen Verlag Gruner+Jahr als Mitgesellschafter an Bord. Sadecky und Kölbel wollen U1 TV Station ab Oktober erst einmal drei Monate als «Testbetrieb» laufen lassen. Siehe auch: Beni Leoni wird Chefredaktor von U1 TV Station, Kanal 1 TV mit Schweizer Mehrheit und Hlasek investiert in TV3-Nachfolge-Sender