Content:

Mittwoch
12.02.2020

TV / Radio

SSM: «Der erzwungene Vorruhestand ist genauso schwerwiegend wie eine Kündigung»

Das Westschweizer Radio und Fernsehen RTS schickt 15 seiner älteren Mitarbeitenden teils unfreiwillig in den vorzeitigen Ruhestand. Dafür hagelt es nun Kritik vom Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) und der Gewerkschaft Syndicom.

«Der erzwungene Vorruhestand ist genauso schwerwiegend wie eine Kündigung», sagte SSM-Regionalsekretärin Valérie Perrin gegenüber der «Tribune de Genève». Die Zeitung berichtete am Samstag, dass 15 RTS-Senioren, darunter langjährige Angestellte, zu einer Frühpensionierung gezwungen würden.

Die Massnahme ist Teil des «Sparplans 2020», der finanzielle Einsparungen von 14,3 Millionen Franken vorsieht. Im Januar kündigte RTS an, dass 22,8 Vollzeitstellen abgebaut werden müssten. Das Unternehmen betonte allerdings, dass der Abbau ohne Kündigungen vonstattengehe.

Doch neben SSM missbilligt auch die Gewerkschaft Syndicom die Art und Weise, wie die betroffenen älteren Mitarbeitenden nun auf die Strasse gestellt würden. «15 RTS-Journalistinnen und Journalisten werden mit der einzigen ‚Wahl’, ob sie vorzeitig in den Ruhestand treten oder entlassen werden sollen, zum Abgang gedrängt», teilte Syndicom am Montag mit.

Sowohl SSM als auch Syndicom bemängeln, dass keine echte Anhörung von Mitarbeitern und Sozialpartnern durchgeführt worden sei. Bei etwa 250 Angestellten zwischen 60 und 64 Jahren hätten sich bei RTS womöglich einige freiwillig für den vorzeitigen Ruhestand entschieden, wenn man sie angefragt hätte.

«Als Mediengewerkschaft bedauert Syndicom, dass sich ein öffentliches Dienstleistungsunternehmen genauso inakzeptabel verhält wie die grossen privaten Verlage.»