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Freitag
12.1.2018

IT / Telekom / Druck

Weiterbetrieb war «nicht möglich»

Nach dem Abschluss des Konsultationsverfahrens bei Ringier Print Adligenswil ist klar, wie die insgesamt 172 Stellen abgebaut werden. «Es werden 151 Kündigungen ausgesprochen. Davon sind 29 vorzeitige Pensionierungen», erläuterte Ringier-Sprecherin Manuela Diethelm auf Nachfrage des Klein Reports.

Bei den verbleibenden 21 Anstellungsverhältnissen handle es sich um auslaufende Verträge, die nicht erneuert wurden. Die Mitarbeitenden würden nun durch ein internes «Perspektivenzentrum» betreut. «Ziel ist es, dass jeder Mitarbeitende eine für sich gute berufliche Perspektive erhält», heisst es offiziell von Arbeitnehmerseite.

Noch unklar ist hingegen, wie viele Mitarbeitende aus Adligenswil künftig von Tamedia in Zürich und Bern übernommen werden. Weil «Blick», «Blick am Abend», «SonntagsBlick», «Handelszeitung» und «Le Temps» ab 2019 bei Tamedia gedruckt werden, gibt es bei Neuanstellungen einen «Ringier-Vorrang».

Aber die Belegschaft rechnet nicht damit, dass viele von ihnen von Tamedia übernommen werden. Denn das gesteigerte Druckvolumen bei Tamedia werde erfahrungsgemäss kaum zu einer grossen Aufstockung der Ressourcen führen, heisst es von Seiten der Arbeitnehmer.

Deshalb setzen die Personalkommission und die Gewerkschaften nun voll und ganz auf den Sozialplan. Nach dem gescheiterten Vorschlag, Ringier Print Adligenswil mit einem reduzierten Personalbestand fortzuführen, läuteten sie am Mittwoch «die zweite Halbzeit der Verhandlungen» mit der Geschäftsleitung ein.

Aus Sicht von Ringier sei der Weiterbetrieb der Druckerei Adligenswil «nicht abbildbar». Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten zwar «Anträge und Forderungen» eingereicht, jedoch «keine Vorschläge oder neuen Lösungsansätze», so Manuela Diethelm zum Klein Report.

Die Belegschaft sieht dies anders. Man habe auch nach dem Verlust der «Luzerner Zeitung» im Portfolio noch eine Perspektive gesehen, nur mit dem Druck der Ringier-Blätter. Weil Tamedia im Druck billiger ist, habe man sogar vorgeschlagen, die eigenen Preise in den nächsten Jahren gestaffelt zu senken - ohne Erfolg.