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Donnerstag
06.06.2019

TV / Radio

ABC spricht von «dramatischer Entwicklung»

Die australische Nationalpolizei hat die Büros des staatlichen Fernsehsenders ABC durchsucht. Dies im Zusammenhang mit brisanten Dokumenten, die Verfehlungen australischer Militärangehöriger in Afghanistan belegen.

Die Polizei begründete die Hausdurchsuchung am ABC-Hauptsitz in Sydney mit der «angeblichen Veröffentlichung von als geheim eingestufter Informantionen», wie ABC News am Mittwoch auf ihrer Website schreibt. Dabei habe es sich um «hunderte von Geheimdokumenten der Verteidigungskräfte gehandelt», die sogenannten «Afghan Files».

Diese Dokumente waren dem Sender 2017 zugespielt worden. Daraus ging hervor, dass australische Militärangehörige in Afghanistan Kinder und unbeteiligte Zivilisten getötet haben sollen.

Die Senderverantwortlichen sprachen von einer «dramatische Entwicklung», welche die «Afghan Files» mit der Razzia nun genommen haben. Kaum überraschend sei dies für jene, die mit der «immer weiter expandierenden» nationalen Sicherheitsgesetzgebung vertraut seien. Speziell die Erweiterung der Datenüberwachung Ende 2018 bedrohten die Zukunft des Journalismus in Australien, schreibt ABC weiter.

Premierminister Scott Morrison distanzierte sich vorsichtig vom Vorgehen der Polizei, betonte aber auch, dass es klare Regeln zum Schutz der nationalen Sicherheit gebe. Die Opposition verurteilte die Razzia scharf.

Die «New York Times» schrieb, das Vorgehen der australischen Polizei sei eine «gefährliche Einschüchterung derjenigen, die sich dazu verpflichtet haben, unangenehme Wahrheiten aufzudecken».