KleinReport Der Mediendienst der
Schweizer Kommunikationsbranche.
Erscheint täglich, 6-mal die Woche
Montag
20. Mai 2013, 14:22
Presserat weist Beschwerde gegen «Belgisations»-Kommentar von Regula Stämpfli ab
15:14
Donnerstag
25.10.2012
Schweiz

Mit einem Kommentar über das Unglück eines belgischen Reisecars im Wallis hat Regula Stämpfli im März eine Welle der Empörung ausgelöst. Nun hat der Schweizer Presserat eine umfassende Beschwerde gegen die Kolumne, die am 14. März auf dem Onlineportal news.ch erschienen ist, abgewiesen. Nach Ansicht des Gremiums hat die in Belgien lebende Schweizer Politologin mit ihrem Kommentar weder die journalistische Wahrheitspflicht noch die Menschenwürde oder den Opferschutz verletzt.

Unter dem Titel «Belgisation: Weshalb Unglücke auch politisch sind» hatte Stämpfli darüber geschrieben, dass Unfälle individualisiert würden, obschon sie strukturell bedingt seien: «Niemand macht sich daran, die Struktur von Unfällen und Schicksalsschlägen zu untersuchen, es sei denn unterbelichtete Wissenschaftler, die jedes menschliche Versagen auf ein hormonelles Zusammenspiel zurückführen wollen.» Dabei, so Stämpfli, würden Verkehrsunfälle mit Preisen, Ausbildung und Infrastruktur zusammenhängen.

Was dabei für Empörung sorgte, war, dass Stämpfli in der Kolumne eine Verbindung zwischen den politischen Verhältnissen in Belgien und dem Busunglück herstellte: «Meine erste, spontane Reaktion als Mutter ist: Oh, nein! Wie grauenhaft! Meine zweite: Erstaunt mich nicht. Ein belgischer Reisebus - mit Betonung auf belgischer.» Ausbildung, Kontrolle, Fahrtechniken und Austattung von Reisebussen, hiess es weiter, «sind in Belgien auf dem Niveau eines Drittweltlandes.»

In einem «PS» schloss die Publizistin: «Ein belgischer Zusammenhang, der übrigens nie vergessen werden sollte: Der Richter, welcher den Kindervergewaltiger und -mörder Dutroux bei lebenslänglich nach ein paar Monaten in den 1990ern begnadigte und freiliess, wurde von der europäischen Kommission und dem europäischen Parlament wenig später zum europäischen Richter befördert. Viva la Belgique!»

Beim Presserat sind in der Folge zahlreiche, teils gleichlautende Beschwerden gegen den Kommmentar eingegangen. News.ch habe mit der Veröffentlichung die Ziffer 1 (Wahrheit), 2 (Trennung von Fakten und Kommentar), 3 (Entstellung von Informationen), 5 (Berichtigung) und 8 (Diskriminierung) der «Erklärung der Rechte und Pflichten von Journalistinnen und Journalisten» verletzt.

Der Artikel, argumentierten die Beschwerdeführer, beeinhalte unwahre und die Tatsachen entstellende Aussagen und lasse zudem die angebrachte Respektierung der Menschenwürde der Opfer vermissen. Zudem diskriminiere er den Staat Belgien und seine Bevölkerung.

Nach Meinung des Presserats bewegt sich Stämpflis Kolumne im Rahmen der Kommentarfreiheit, die auch Äusserungen in offensichtlich übertriebener und polemischer Weise zulasse: «Eine Verletzung der Wahrheitspflicht oder die Entstellung von Informationen liegt erst dann vor, wenn die Gefahr besteht, dass die Leserschaft durch übertriebene Behauptungen und Metaphern getäuscht wird», heisst es in der am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme.

Man könne sich zwar fragen, meint der Presserat, «ob es in einem polemischen Rundumschlag gegen die belgische Politik und ihre Institutionen auch noch notwendig oder sinnvoll war, den `Fall Dutroux` zur `Beweisführung` heranzuziehen». Doch ungeachtet dessen, ob man das Beispiel für passend oder unpassend erachte, bewege sich die Autorin hier innerhalb der Kommentarfreiheit, zumal sie die wesentlichen faktischen Grundlagen ihrer Kritik offenlege.

Beim Punkt der Verletzung der Menschenwürde und der Diskriminerung kommt der Presserat zum Schluss, dass sich die Kritik Stämpflis nicht gegen Belgier im Allgemeinen, «sondern an den Staat Belgien, an die Verantwortungsträger in Verwaltung und Justiz sowie an die Politikerinnen und Politiker» gerichtet habe. Zudem ziele die Polemik auch nicht auf «eine zu schützende Minderheit».

Weitere Artikel - Donnerstag 25.10.2012
15:02 Car-Unglück in Siders: Pure Empörung statt stichhaltiger Kritik
Donnerstag
25.10.2012
Schweiz

Die Empörung war gewaltig, als das Onlineportal news.ch kurz nach dem Unfall eines belgischen Cars bei Siders einen bissigen Kommentar von Regula Stämpfli veröffentlichte, in dem die Politologin auf mögliche Zusammenhänge zwischen dem Unglück und politischen sowie strukturellen Verhältnissen aufmerksam machte. Zu einem nüchternen Schluss kommt der Presserat, der die Beschwerden gegen die Kolumne abgewiesen hat und betont, dass die massive Kritik an Stämpfli unverhältnismässig gewesen sei.

So hatte sich nach der Veröffentlichung etwa eine Facebook-Gruppe namens «Anti Dr. Regula Stämpfli» formiert, die nach wie vor aktiv ist und immerhin 373 Mitglieder zählt. Die absurde Forderung der Empörten: Stämpfli sei wegen ihrer Aussagen die «Akkreditierung als Journalistin» zu entziehen. Und der öffentlich-rechtlicheweiter lesen...

11:55 Die Fluggesellschaft Swiss reorganisiert ihre Marketingabteilung
Donnerstag
25.10.2012
Schweiz

Personelle Rochaden bei der Swiss: Der heutige Leiter Marketing Markus Binkert (40) folgt als Leiter Markt Schweiz auf Rudolf Schumacher, der per Ende Jahr pensioniert wird. Die Bereiche Sales & Marketing Europa und Sales & Marketing Interkontinental werden unter der Führung von Arved von zur Mühlen (43) zusammengeführt.

Der bisherige Leiter Sales & Marketing Europa, Bernd Bauer (47), übernimmt neu die Führung des Bereichs Revenue Management, Pricing & Distribution. Oliver Barthelmeh (35), der bisherige Chef dieses Bereichs, wechselt innerhalb der Lufthansa-Gruppe als Geschäftsführer und Präsident zur LSG SkyChefs München GmbH. Alle organisatorischenweiter lesen...

11:32 Backe, backe Kuchen im Schweizer Fernsehen
Donnerstag
25.10.2012
Schweiz

«Myriam und die Meisterbäcker» heisst ein neues Fernsehformat, das im Advent immer montags im Vorabendprogramm von SF 1 zu sehen ist. Darin besucht die DRS-Redaktorin und Kochbuchautorin Myriam Zumbühl (35) Schweizer Bäckermeister, um ihnen «ihre grössten Backgeheimnisse zu entlocken», so Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) in einer Mitteilung. 

Die Rolle der Myriam Zumbühl sei die einer Lehrtochter: «Sie versucht, von den Meisterbäckern möglichst viel zu lernen», und treffe dabei auf Menschen «mit inspirierendenweiter lesen...

09:32 Streaming-Nutzung legt kräftig zu
Donnerstag
25.10.2012
Schweiz

3,5 Millionen Personen oder 65,8 Prozent aller Schweizer Internetnutzer konsumieren im Netz gelegentlich Video- oder Audio-Angebote, 560 000 Personen gehören bereits zu den täglichen oder fast täglichen Streaming-Nutzern. Damit ist die Gruppe der Streaming-User innert Jahresfrist um elf Prozent gewachsen, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Streaming-Report 2012-2 von Net-Metrix hervorgeht.

Der grössten Popularität erfreuen sich die Videoportale, die von aktuell 55 Prozent aller Schweizer Onliner zumindest gelegentlich genutzt werden. Den grössten Zuwachs verzeichnet allerdings das Web-Radio, das in den vergangenen zwölf Monaten um sieben Prozent zulegte und einen Anteil von 35,2 Prozent hat. Web-TV-Angebote wie Wilmaa, Zattoo odeweiter lesen...