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Donnerstag
29.11.2018

Medien / Publizistik

«Ein kleiner Beitrag zur Print-Förderung»

Das Parlament hat am Mittwoch die Motion «Flächendeckende Postzustellung bis zur Mittagszeit» an den Bundesrat überwiesen. Damit müssen Zeitungen auch in ländlichen Regionen noch vor dem Nachmittag beim Abonnenten sein.

Bis vor wenigen Jahren war es bei der Schweizerischen Post noch Praxis, dass die Post bis spätestens 12:30 Uhr überall zugestellt sein sollte, konstatierte CVP-Nationalrat Martin Candinas. «Leider ist die Post in den letzten Jahren von dieser Praxis vermehrt abgekommen.»

Unter der späten Zustellung würden vor allem ländliche Regionen leiden. «Eine Tageszeitung, die nicht bis zur Mittagszeit eintrifft, ist nicht mehr genügend aktuell und verliert dadurch an Wert für den Leser», findet Candinas. Es sei wichtig, dass die Post den Wert der Print-Medien nicht durch späte Zustellzeiten reduziere.

Auch der Verband Schweizer Medien machte sich im Vorfeld für die Motion stark. «Gerade in ländlichen Gebieten, wo die Mittagspause häufig noch zu Hause verbracht wird, gehört die Zeitung nach dem Essen zu einem Ritual», argumentieren die Verleger.

Nach dem Nationalrat verlangte am Mittwoch nun auch der Ständerat mit 25 zu 14 Stimmen, dass der Bundesrat eine rechtliche Grundlage verfasst, wonach «die Post grundsätzlich bis mindestens 12:30 Uhr an alle Haushalte zugestellt werden muss, wenn in einer Region keine Frühzustellung angeboten wird».

Deutliche Kritik am jüngsten Entscheid aus Bern übte die Gewerkschaft Syndicom: «In der Umsetzung bedeutet diese Regelung, dass die Post die Zustelltouren verkürzen muss. Kürzere Touren bedeuten eine Reduktion der Vollzeitstellen hin zu einer Verlagerung zu Teilzeitstellen.» Betroffen wären hunderte, wenn nicht tausende Vollzeit-Mitarbeitende der Post, mahnte die Gewerkschaft.