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Montag
28.10.2013

Medien / Publizistik

Es geht um einen flirtenden Bundesrat, einen Pharma-Skandal und neugierige Reporter: Der Journalist, Chauffeur und Buchautor Philipp Probst stellt seinen neuen Roman «Die Boulevard-Ratten» auf einer Lesetour vor.

«Ich bin kein Freund von Wasserglas-Lesungen», erklärte der Krimiautor am Donnerstag dem Klein Report. «Ein Tisch, ein Stuhl, der Autor und ein Wasserglas - das ist doch langweilig! An meinen Lesungen möchte ich dem Publikum eine Show bieten. Ich erzähle witzige Anekdoten und spannende Geschichten aus meinem Leben als Journalist, Bus- und Lastwagenchauffeur.»

Probst war unter anderem bei der «Basler Zeitung», beim «Blick», der «Schweizer Illustrierten» und «20 Minuten» als Journalist tätig. Er betonte, er sei mit Leib und Seele Journalist gewesen. «Ich war ein richtiger Storymensch, habe 24-Stunden die Augen offen gehalten, wo eine Geschichte sein könnte.»

Diese Erfahrungen verarbeitete er im Jahr 2011 in seinem Debütroman «Der Storykiller» und in seinem neuen Roman «Die Boulevard-Ratten». Im aktuellen Buch kommen Journalisten einem Skandal auf die Spur. Viel Inspiration erhalte er auch durch das Busfahren, das er seit einigen Jahren hauptberuflich betreibe, weil die Gedanken frei kreisen könnten und auch weil die Begegnungen mit den Fahrgästen teilweise absurd seien.

Er betont gegenüber dem Klein Report, dass das Schreiben und das Busfahren seine Leidenschaften seien. «Was mir aber weniger Spass macht, ist die ganze PR. Ich muss sehr viel investieren, um einigermassen bekannt zu werden. Alleine ein Buch auf den Markt zu bringen, reicht noch lange nicht. Ich mache deshalb Bustouren und Krimispaziergänge und versuche mich als Person zu vermarkten, um so auf mich aufmerksam zu machen.»

Der Autor stellt sein Buch am 14. November in Zürich in den Räumlichkeiten seines Ex-Arbeitgebers Ringier vor. Er sei froh um seine Kontakte zum Journalismus. Das alleine reiche aber nicht, er müsse auch liefern können. «Als langjähriger People-Journalist weiss ich, wie das läuft. Wenn ein Autor einen Auftritt hinlegen kann und ein bisschen den Clown spielt, um herauszustechen. Das hilft. Ich selbst präsentiere mich gerne als Busfahrer und Krimiautor und spiele dieses Image auf eine gewisse Weise aus.»

In seine «Rattentour», die am Donnerstag in Basel beginnt, setzt er grosse Hoffnung. «Ich wünsche mir, dass viele Leute kommen, meine Bücher gekauft werden. Meine Bücher liegen im Regal im Bereich `Thriller` neben so grossen Namen wie John Grisham», philosophiert Propst. «Dagegen muss ich mich behaupten können», erklärte er einigermassen selbstbewusst.