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Dienstag
07.05.2019

Werbung

Es lockt nach der SBB-Ausschreibung der nächste Millionen-Deal mit einem Transportunternehmen: Der Flughafen Zürich schreibt seine Werbeflächen nach 19 Jahren erstmals wieder neu aus. Es geht um eine der bedeutendsten Konzessionen im Schweizer Aussenwerbemarkt überhaupt.

«Die letzte Ausschreibung fand im Jahr 2000 statt. Die Plakanda AG, die heutige Clear Channel Schweiz, hat die Ausschreibung seinerzeit gewonnen», sagt Sonja Zöchling Stucki, Head Corporate Communication Flughafen Zürich, auf Nachfrage des Klein Reports.

Bis heute ist Clear Channel die exklusive Vermarktungspartnerin der Flughafen Zürich AG. Doch gemäss Recherchen des Klein Reports wurde nun im Hintergrund eine Neuausschreibung vorbereitet. Verschiedene Quellen bestätigten, dass der Flughafen bereits erste Angebote abgetastet hat.

Grund für die Aufregung: Der bestehende Konzessionsvertrag mit der Clear Channel Schweiz AG ist gemäss Sonja Zöchling Stucki nur noch bis zum 31. Dezember 2019 gültig. Ende Jahr werden die Karten nach 19 Jahren also erstmals wieder neu gemischt.

Es geht um die Vermarktung analoger wie auch digitaler Werbeflächen - diverse Brandings und Specials, klassische Leuchtplakate in diversen Grössen, Spezialflächen und gigantische Megaposter bis zu 500m² Grösse an Top-Lagen - insgesamt sind es 430 Standorte, die einzeln oder in Packages angeboten werden.

Unternehmenssprecherin Zöchling Stucki bestätigte, dass nun eine Neuvergabe geprüft wird: «Die Firma Clear Channel ist seit 2001 unser alleiniger Partner für die Vermarktung. Ihr Vertrag läuft Ende 2019 aus. Wir haben uns deshalb entschieden, die Vermarktung neu auszuschreiben.»

Der Werbemarkt befinde sich «im Wandel» und gehe vor allem auch im digitalen Bereich neue Wege, begründete Zöchling Stucki die vertragliche Neuorientierung. «Mit der Ausschreibung wollen wir ausloten, ob sich die neuen Trends auch am Flughafen Zürich umsetzen lassen.»

Im Unterschied zur Grossausschreibung der SBB-Lose werden die Werbeflächen des Flughafens Zürich aber nicht öffentlich, sondern nur auf Einladung ausgeschrieben. «Diese Ausschreibung unterliegt nicht dem Anwendungsbereich des öffentlichen Beschaffungsrechts. Die Flughafen Zürich AG führt ein Einladungsverfahren nach privatrechtlichen Kriterien durch», so Sonja Zöchling Stucki zum Klein Report.