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Mittwoch
26.7.2006

Unter den Zürcher Regionalblättern kommt es zu einem weiteren Schulterschluss. Das «Neue Bülacher Tagblatt» kooperiert mit dem «Zürcher Unterländer». Dieser beschloss erst kürzlich ein Zusammengehen mit zwei anderen Blättern. Die Druckerei Graf AG in Bülach - die Besitzerin des kleineren «Neuen Bülacher Tagblatts» - und die Zürcher Unterland Medien AG Dielsdorf haben eine enge redaktionelle und technische Zusammenarbeit vereinbart, teilten die beiden Unternehmen am Mittwoch mit.

Ab Anfang November kommen die beiden Tageszeitungen in einem Kopfblattsystem heraus. Das heisst die Titel der Zeitungen bleiben bestehen, der Inhalt wird aber, ausser auf den Lokalseiten, weit gehend derselbe sein. Die operative Führung liegt dann allein bei der Zürcher Unterland Medien AG. «Auf längere Zeit wäre es für unser kleines Blatt schwierig geworden, alleine zu überleben», sagte Karl-Heinz Graf, Besitzer des «Neuen Bülacher Tagblatts» auf Anfrage. Die Zeitung hat eine Auflage von 5000 Stück. Ob es zu einem Stellenabbau kommt, konnte er noch nicht sagen.

«Bei uns gehen durch die Kooperation keine Stellen verloren», sagte Christine Fivian, Chefredaktorin des «Zürcher Unterländers», auf Anfrage. Über die Modalitäten der Kooperation wollte niemand eine Auskunft geben. «Alles steht noch am Anfang», sagte Karl-Heinz Graf.

Der «Zürcher Unterländer» hatte im vergangenen März bereits ein engeres Zusammengehen mit den Tageszeitungen «Zürichsee-Zeitungen» und «Zürcher Oberländer» vereinbart. Diese drei Titel befinden sich im Besitz der NZZ-Gruppe; die Publicitas ist am Aktienkapital der jeweiligen Zeitung ebenfalls beteiligt.

Ab Oktober erhalten die drei Zeitungen eine gemeinsame Redaktion für die Ressorts Kanton Zürich, Ausland und Inland sowie später auch für den Sport. Als Grund für die Zusammenlegung wurde damals betont, es ginge nicht ums Sparen. Vielmehr wollten die Zeitungen Kapazitäten zur Stärkung ihrer Regionalteile freibekommen. Dies nicht zuletzt als Reaktion auf das Vorhaben des Zürcher «Tages-Anzeigers», der mit weiteren Regionalausgaben seine Präsenz im Kanton ausbauen will.