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Samstag
03.08.2019

Medien / Publizistik

Georg Restle nannte die AfD «rechtsextremistisch»

Seitdem er die AfD in einem Kommentar auf ARD «rechtsextremistisch» nannte und den Deutschen Verfassungsschutz aufforderte, die Partei genauer unter die Lupe zu nehmen, bekommt der Journalist Georg Restle Morddrohungen.

In einem Interview mit dem «Deutschlandfunk» hat Restle erklärt, dass die rechte Gefahr von der Politik noch nicht ernst genug genommen wird.

Georg Restles Kommentar bei einer Tagesthemen-Sendung vom 11. Juli 2019 hatte eigentlich die Identitäre Bewegung zum Thema, die kurz zuvor vom Deutschen Verfassungsschutz als «rechtsextremistisch» eingestuft worden war. Doch Restle, der beim WDR die Redaktion des Politikmagazins «Monitor» leitet, nutzte den Anlass für eine Breitseite gegen die Alternative für Deutschland.

«Während bei der Identitären Bewegung Rechtsextremismus Ideologie ist, ist sie bei der AfD quasi Programm», hiess es im Kommentar von Restle. Die AfD sei der parlamentarische Arm einer rechtsextremistischen Bewegung, die in ganz Deutschland professionell und flächendeckend organisiert sei. Deshalb forderte er den Verfassungsschutz auf, auch die AfD als «rechtsextrem» zu deklarieren: Schliesslich seien die Ideologien, die Ideen und die Ziele die gleichen wie bei der Identitären Bewegung. «Wer A sagt, muss auch B sagen», meinte Restle zu Anfang seiner zweiminütigen Rede.

Aufgrund seines Kommentars bekam Restle konkrete Morddrohungen, wie er in einem Interview mit dem Deutschlandfunk vom Montag erklärte. Demnach würden die Drohungen von einer rechtsradikalen Gruppe stammen, die sogenannte «Todeslisten» führt. «Ich bin einer von vielen», wird Restle zitiert. Auch andere Kollegen und Kolleginnen seien darunter.

Im Interview mahnte Restle auch die Politik, die Gefahr, die von rechten Gruppierungen ausgehe, nicht zu unterschätzen. Der Fall des am 2. Juni von einem Rechtsradikalen ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten, Walter Lübke, habe gezeigt, dass das Risiko real sei und es tatsächlich Menschen gäbe, die zur Tat schreiten.

Im Interview mit dem Deutschlandfunk attackierte der Journalist schliesslich auch die AfD erneut und kritisierte, dass diese nach Bekanntwerden der Morddrohungen weiter Öl ins Feuer gegossen hätte. Daran sehe man, welche Einstellung die Abgeordneten der AfD-Partei hätten und dass sie überhaupt kein Interesse daran hätten, Journalisten und Journalistinnen zu schützen.