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Freitag
09.08.2019

Digital

Über eine Million Daten wurden gespeichert

Das US-amerikanische Marketingunternehmen Hyp3r soll über eine Million Daten seines Partners Instagram gespeichert und für gezielte Werbung genutzt haben.

Nun hat Instagram seinen Marketingpartner wegen klarer Verstösse gegen die Richtlinien der Foto-App von seiner Plattform genommen.

Welches Ausmass diese Verstösse erreicht haben, erkennt man an einem Screenshot der Hyp3r-Website, welcher der Zeitung «Business Insider» vorliegt. Sie hatte am Mittwoch als Erste über den Datenskandal berichtet.

Auf dem Screenshot erkennt man nicht nur Benutzername und einzelne User, sondern auch geteilte Bilder, Standorte und persönliche Informationen. Selbst die Instagram-Stories, welche sich auf der App eigentlich nach 24 Stunden automatisch löschen, sollen von Hyp3r gespeichert und für Werbeaufträge genutzt worden sein.

Am Mittwoch hatte Instagram, das Teil des Facebook-Imperiums ist, gemeldet, sich von Hyp3r zu trennen. Die Handlungen von Hyp3r seien bisher nicht sanktioniert worden, obwohl sie gegen Instagram-Richtlinien verstossen würden. «Deshalb haben wir sie von der Plattform entfernt», so ein Statement von Instagram. Man hätte ausserdem Einstellungsänderungen vorgenommen, die verhindern sollen, dass weitere Unternehmen gleich wie Hyp3r auf öffentliche Standortseiten und Instagram-Stories Zugriff erlangen.

Pikant an dem Vorfall ist, dass Hyp3r sich selbst auf der eigenen Website als «standortbasierte Marketingplattform» bezeichnet. Das Unternehmen nutze «die Kraft geosozialer Daten», um vorauschauendes Marketing zu entwickeln. Gerade diese Nutzung von Standorten und persönlichen Informationen widerspricht aber klar den Regeln von Instagram.

Mit diesen Informationen sei man nämlich in der Lage gewesen, spezifische Standorte wie etwa Hotels, Restaurant oder Fitness-Center zu erfassen und alle dort geteilten Inhalte, Stories oder Fotos zu speichern. Über eine Million Inhalte dieser Art sollen daraufhin verwendet worden sein, um Werbung zu personalisieren und gezielt einzusetzen, wie es in dem Artikel von «Business Insider» heisst.