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Freitag
11.09.2015

Medien / Publizistik

Welcome back, Peter, Sue & Marc!

Anlässlich der Premiere des neuen Jukebox-Musicals «Io senza te» am Donnerstagabend mit den grössten Hits des Berner Trios Peter, Sue & Marc wollte der Klein Report vom Autor Domenico Blass wissen, wie man Songklassiker möglichst erfolgreich in eine Story integriert: «Man taucht ein in die Welt dieser Musik, fischt Geschichten und Figuren heraus und lässt diese in einem bunten Aquarium herumschwimmen», fasst der «Giacobbo/Müller»-Headwriter seinen Job zusammen.

Oder etwas nüchterner formuliert: «Es ging darum, die bekannten Songs mit einer Geschichte zu verbinden, die die Aussage und Kraft dieser Songs unterstützt.»

Der grösste Challenge beim Entwickeln des Musicals war es, dem Publikum das Gefühl zu vermitteln, die Songs seien exklusiv für diese Geschichte geschrieben worden - und nicht umgekehrt. «Io senza te» erzählt eine Story, wie sie jede Band im Spannungsfeld von Selbstverwirklichung und Kommerz erleben könnte. Die Handlung spielt im Hier und Jetzt und zeigt nicht nur Momentaufnahmen, wie sie etwa in Casting-Shows zu sehen sind.

An die anvisierte Zielgruppe eines möglichst breiten Massenpublikums denkt Blass beim Schreiben jedoch nicht: «Der Regisseur Stefan Huber und ich sind von den Figuren ausgegangen, ihren Zielen und Träumen, ihren Hoffnungen und Konflikten», meint er weiter. «Und wir sind froh, dass wir so berührende Musik wie diejenige von Peter, Sue & Marc zur Verfügung hatten, um den Gefühlen dieser Figuren Ausdruck zu geben.»

Das Trio Peter (Reber), Sue (Schell) & Marc (Dietrich) produzierte seit 1968 unzählige Hits und verkaufte mit seinem Stilmix aus Rock, Pop, Folk, Country und Chanson allein in der Schweiz über eine Million Tonträger. Sie selber stehen nicht auf der Bühne und das Musical erzählt auch keine «Peter, Sue & Marc»-Story. Ihre Erlebnisse aber, ihre Erfahrungen, Erfolge und Misserfolge, sind in die Feder der Autoren eingeflossen. Blass meint denn auch: «Ich habe noch nie eine Bühnenproduktion so eng begleitet wie diese - auch, weil wir bis am Schluss daran gefeilt haben.»

Obschon vom Song-Evergreen «Io senza te» auch eine deutsche Fassung namens «Ich ohne dich» existiert, kommt im Musical das italienische Original zum Zug. Blass meint schon fast ehrfürchtig: «Es sind einige bekannte Songs in einer deutschen Version zu hören, zum Teil sogar mit einem anderen Text - aber am Monument `Io senza te haben wir nicht gerüttelt.»