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Montag
22.07.2019

Vermarktung

«Press & Books»-Verkäufe gingen von 23 Prozent im Jahr 2011 auf 12 Prozent 2018 zurück

Valora verzeichnet für das erste Semester 2019 einen höheren Gewinn bei stagnierendem Umsatz. Die weiterhin rückläufigen Verkäufe von Zeitungen und Zeitschriften gleicht der Kiosk-Betreiber mit Snacks und Brezeln aus.

«Die Schweiz verzeichnet seit circa 2010/2011 vor allem aufgrund der zunehmenden Digitalisierung einen spürbaren Presse-Rückgang», sagte Valora-Pressesprecher Lukas Mettler auf Nachfrage des Klein Report. 

«Den Presserückgang haben wir insbesondere auch mit Food kompensiert», ergänzte Mettler. Anteilsmässig gingen die «Press & Books»-Verkäufe von 23 Prozent im Jahr 2011 auf 12 Prozent 2018 zurück, während in der gleichen Zeitspanne die «Food»-Verkäufe von 22 Prozent auf 36 Prozent zulegten. «Tabacco» fiel nur leicht von 47 auf 45 Prozent. 

In Deutschland habe diese Entwicklung «mit zeitlicher Verzögerung zur Schweiz» eingesetzt, sie akzentuiere sich aber auch dort, vor allem seit dem letzten Jahr, erklärte der Pressesprecher gegenüber dem Klein Report. 

«Wir gehen davon aus, dass sich der Presse-Rückgang über beide Märkte fortsetzt, vor allem bei den Zeitungen.» 2018 machte «Press & Books» noch 11 Prozent am Bruttogewinn der Valora-Gruppe aus, bis 2025 soll er auf etwa 5 Prozent weiter schrumpfen.

Valoras Food-Strategie schlägt auch bei den aktuellen Semesterzahlen durch: «Insbesondere dank höheren Food-Umsätzen wuchsen die zentralen Convenience-Produktkategorien (Gruppen-Umsätze exklusiv Presse, Bücher und Tabak) netto um 3,2 Prozent», wie aus dem Geschäftsbericht, der am Freitag publiziert wurde, zu entnehmen ist. Dies sei der Hauptgrund für den Anstieg des Bruttogewinns um 1,4 Prozent auf 451 Millionen Franken.

Unter dem Strich schaute für Valora ein Reingewinn von 27,4 Millionen Franken heraus. Gegenüber dem Vergleichszeitraum stieg der Reingewinn damit um 46 Prozent. Der Nettoumsatz sank leicht um 0,3 Prozent auf 1,005 Milliarden Franken.

Die Kiosk- und Brezelkönig-Standorte in den Bahnhöfen hat die SBB laut dem Geschäftsbericht vor Kurzem an Valora vergeben. Der Vertrag läuft bis 2030.