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Mittwoch
08.05.2019

Medien / Publizistik

Nekzad gründete News-Agentur «Wakht»

Mindestens 16 Journalisten sind 2018 in Afghanistan wegen ihrer Arbeit ums Leben gekommen. Besonders gefährlich ist die Lage für Frauen. Farida Nekzad führt in Kabul eine neue Anlaufstelle für Journalistinnen.

Allein bei den Anschlägen in der afgahischen Hauptstadt von Ende April 2018 waren neun Journalisten unter den Ermordeten. Zu dem Anschlag hatte sich der «Islamische Staat» bekannt. Er hatte sich gezielt gegen Journalisten gerichtet. 

Besonders brenzlig ist die Situation für afghanische Journalistinnen: «Zusätzlich zu den Sicherheitsrisiken stehen sie unter starkem sozialen Druck einer patriarchalischen Gesellschaft sowie oft auch von ihrer eigenen Familie», schreibt Reporter ohne Grenzen (ROG). 

Die Journalistenorganisation hat in Kabul vor Kurzem eine Anlaufstelle für den Schutz von Journalistinnen eingerichtet. Man organisiere Seminare über physische und digitale Sicherheit und biete einen Ort, um sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen, «insbesondere für Journalistinnen, die in abgelegenen Gebieten arbeiten», heisst es bei der Organisation.

Geleitet wird die Anlaufstelle von der afghanischen Journalistin Farida Nekzad. Sie bildet vor Ort auch junge Frauen zu Reporterinnen aus und engagiert sich im Vorstand der Organisation South Asian Women in Media.

Gemeinsam mit ihrem Mann Rahimullah Samander gründete Nekzad die Nachrichtenagentur «Wakht» für investigativen Journalismus. Ihr wurde immer wieder mit Mord gedroht.

Für ihr Engagement war Farida Nekzad 2008 mit dem Courage in Journalism Award der International Women`s Media Foundation ausgezeichnet worden.

Afghanistan gehört auch 2019 weiterhin neben Syrien und Mexiko zu den riskantesten Ländern der Welt: Der weltweit erste Journalist, der 2019 wegen seiner Arbeit starb, war laut ROG ein afghanischer Bürgerjournalist. Er wurde von den Taliban erschossen.