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Freitag
08.03.2019

Medien / Publizistik

«Kurseinbussen beim Wertschriftenportfolio»

Der Übergang der NZZ-Regionalmedien an CH Media drückt deutlich auf die Zahlen der NZZ-Mediengruppe: Der Gesamtertrag ist um 44,7 Millionen auf 383,5 Millionen Franken geschrumpft. Und der Gewinn sackte um einen guten Drittel auf 18,8 Millionen Franken ab.

Die Gründung von CH Media per Oktober wirkte sich «massgeblich auf die Jahresrechnung 2018 der NZZ-Mediengruppe aus», kommentierte das Medienhaus mit CEO Felix Graf am Donnerstag die Zahlen. Die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr sei insbesondere innerhalb der betrieblichen Umsatz- und Kostenarten wie auch in der Bilanz schwierig.

Die Umsätze der NZZ-Regionalmedien sind nur von Januar bis September 2018 in der Jahresrechnung enthalten. Dies sei der Hauptgrund für den deutlichen Ertragsrückgang.

Die Zahlen von CH Media werden bei der NZZ gemäss «Equity-Methode» wiederum teilweise berücksichtigt: Dadurch fliesst das anteilige Unternehmensergebnis des Joint Ventures ins Betriebsergebnis der NZZ-Gruppe mit ein.

Auf Stufe Betriebsergebnis (EBIT) verzeichnete die NZZ-Gruppe einen Rückgang um 4,9 Millionen auf 20,8 Millionen Franken. Das deutliche Minus sei «im Wesentlichen auf einmalige Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Integrationsprogramm von CH Media zurückzuführen». Diese wurden hälftig zwischen der NZZ und den AZ Medien von Verleger Peter Wanner aufgeteilt.

«Unter Ausschluss dieser Sondereffekte läge das Betriebsergebnis auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2017», schreibt die NZZ.

Auf das Gruppenergebnis der NZZ-Gruppe drückten «vor allem einmalige Aufwendungen von CH Media und ein im Geschäftsjahr 2018 tieferes Finanzergebnis». Das tiefere Finanzergebnis stehe «insbesondere im Zusammenhang mit im Dezember 2018 auf dem Wertschriftenportfolio erlittenen Kurseinbussen und im Vorjahr enthaltenen Gewinnen aus dem Verkauf von Beteiligungen».

CEO Felix Graf hob die positiven Effekte hervor: «Die Zeichen aus dem Markt sind ermutigend, so konnten wir die Anzahl zahlender Abonnentinnen und Abonnenten im vergangenen Jahr um 4 Prozent steigern.» Im Nutzermarkt der NZZ Medien entfielen ab Juni durch die Kooperation mit der Schwabe AG die Umsätze des Buchverlags NZZ Libro. «Ohne diesen Einfluss» wurde ein bescheidenes Umsatzwachstum von 2 Prozent erzielt.

Im Werbemarkt wirkte sich neben dem «anhaltenden strukturellen Rückgang» der Konkurs der Publicitas negativ aus. Der Umsatz nahm deshalb um 3,7 Millionen ab.

Schliesslich reduzierte sich das Eigenkapital der mit namhaften Immobilien bestückten NZZ-Gruppe nach dem Übergang der NZZ-Regionalmedien an CH Media um 21 Millionen Franken und beträgt jetzt noch 264,3 Millionen Franken.