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Mittwoch
19.7.2017

Medien / Publizistik

Bischof Valerio Lazzeri leitet die Scheidung ein: Die Tessiner Zeitungen «Giornale del Popolo» (GdP) und der «Corriere del Ticino» trennen sich nach 14 Jahren.

Ab 1. Januar 2018 werde «jegliche Zusammenarbeit eingestellt». Die beiden Titel werden wieder getrennt verwaltet, gab am Montag der «Corriere del Ticino» bekannt. Somit sind künftig beide Zeitungen wieder autonom im Tessiner Werbemarkt präsent.

Die Stiftung für den «Corriere del Ticino» habe das «Giornale del Popolo» im Jahr 2004 «mit beachtlichen Mitteln» vor dem Untergang gerettet und dem damaligen Bischof Giacomo Grampa «eine Zukunft für seine Zeitung ermöglicht, die immer mit grossem Aufwand von der Diözese unterstützt worden war».

Trotz engem Zusammengehen in all den Jahren haben das «Giornale del Popolo» und der «Corriere del Ticino» ihre Unabhängigkeit stets beibehalten. Im Werbemarkt akquirieren die Zeitungen gemeinsam Inserate im «CdT Plus».

Obwohl über «gute Verhältnisse» berichtet wird, will Bischof Lazzeri zusammen mit der Direktion des «Giornale del Popolo» nun einen Schlussstrich ziehen. Grund seien «verschiedene Zukunftsvisionen» und «die Rolle des GdP in der Tessiner Medienwelt».

Wie Marcello Foa, Direktor der MediaTI Holding, gegenüber dem Klein Report am Montagabend erklärte, habe die Gruppe vermehrt Synergien nutzen wollen, um das «Giornale del Popolo» aus wirtschaftlicher Sicht stabil zu positionieren. Der Bischof habe in den letzten Wochen jedoch entschieden, dass er weiterhin eine eigenständige Zeitung herausgeben wolle.

«Wir glauben nicht, dass das ökonomisch nachhaltig ist», so Marcello Foa. Die Redaktion des «Giornale del Popolo» mit alles in allem 30 Personen sei in der momentanen Lage nur schwer tragbar.

Für den «Corriere del Ticino» und die MediaTI Holding habe die Trennung strategisch betrachtet keinen Einfluss. Die multimediale Strategie, die 2011 eingeschlagen wurde, habe weiterhin Gültigkeit, so Foa. «Dass sich der Bischof entschieden hat, das `Giornale del Popolo` künftig alleine herauszugeben, ist kein Problem, kein Drama», versicherte er dem Klein Report.