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Mittwoch
28.8.2002

Seit Wochen rätselt die Öffentlichkeit, wer das teure Leben der «Blick»-Informantin Djamile Rowe finanziert. Nur 10 000 Euro (15 000 Franken) soll sie von der ehemaligen «Blick»-Reporterin Alexandra Würzbacher für das falsche Bettgeständnis erhalten haben – monatlich aber gibt die arbeitslose Ex-Kosmetikverkäuferin derzeit etwa 25 000 Euro (37 000 Franken) aus: Knapp 2 000 für den Miet-Mercedes, 1 500 für das Luxusappartement mit Natursteinbad und Edelstahlküche im 7. Stock an der renommierten Bellvuestrasse 1 in Berlin (Sony-Center) und rund 15 000 Euro für die tägliche Begleitung des Bodyguards. Nun ist es klar: Der grosszügige Financier des Ex-Nacktmodells heisst Heinrich Ferdinand Wirtz, ist Kaufmann, vorbestraft und vielzitierter Millionär. «Stimmt, ich zahle im Auftrag eines Auftraggebers das Auto, den Bodyguard und die Wohnung», erklärte der ominöse Kaufmann am Dienstag in «Akte.02» im deutschen Privatsender Sat.1.

Wirtz ist kein Unbekannter in der Berliner High-Society: Schon im Dezember 2000 war er Gast von ex-Botschafter Thomas Borer in der Schweizer Residenz in Berlin. Gemäss deutschen Medienberichten soll Borer nach seinem Sturz Wirtz höchstpersönlich mit der Wiederherstellung seine Ehre beauftragt haben. Zudem verbindet Wirtz eine lange, gemeinsame Vergangenheit sowohl mit Andreas Schulz, dem Anwalt Borers in der Affäre Ringier, wie auch mit Stefan Jellacic, dem dritten und noch aktuellen Anwalt von Djamile Rowe in eben dieser Affäre. Den Namen des Geldgebers, in dessen Auftrag Wirtz Rowes Luxusleben bezahlt, will dieser selbstverständlich nicht nennen. «Auf jeden Fall ist es richtig, dass ich – ne, lassen wir das...» meinte er nur vielsagend auf Anfrage.

Borer selbst, der mit einem mindestens siebenstelligen Betrag von Ringier für die Affäre entschädigt wurde, wollte zu den Fakten keine Stellung nehmen: Einen Termin mit SF DRS am Dienstag sagte er kurzfristig ab, wie bei Sat.1 zu erfahren war. Die Affäre Borer-Riniger aber geht weiter: Noch diese Woche hat Rowe wieder einmal einen Gerichtstermin. Dann muss sie beweisen, dass sie vom «Blick» unter Druck gesetzt wurde, eine angebliche Affäre einzugestehen... Mehr zur Affäre Borer-Ringier im Archiv